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Wer verheimlicht, trinkt mit!

Man will dem Angehörigen/Kollegen helfen, indem man ihn deckt. Da bittet man, nicht so viel zu trinken. Da werden Striche an der Schnapsflasche gemacht oder die Bierflaschen gezählt, um den Konsum zu kontrollieren.

Konsequenz: Wenn der Trinker seine Rationen überschreitet, fühlen Sie sich entweder mitschuldig oder von ihm enttäuscht, weil er sich nicht an die Abmachung hält. Dabei ist der Versuch ohnehin sinnlos. Ein Alkoholiker hat die Kontrolle über sein Trinkverhalten verloren. Manchmal bagatellisieren wir das Alkoholproblem. Dann wieder spielt ein Alkoholiker eine besondere Rolle - als Clown - als derjenige, der für die Geselligkeit sorgt oder aber als Blitzableiter, der für alles herhalten muss was schief läuft. Jahrelang leisten Alkoholabhängige mit Hilfe des Suchtstoffs besonders viel, bevor sie abstürzen. Der bringt besoffen mehr als andere nüchtern, heißt es dann als Rechtfertigung. Co-Alkoholismus nennt man es, wenn das Umfeld das Spiel des Kranken mitspielt.


Wenn wir helfen wollen, müssen wir die Komplizenschaft aufkündigen und offen mit dem Abhängigen reden. Das ist nicht ganz einfach. Denn der wird erst mal Alkoholprobleme weit von sich weisen, uns vielleicht sogar Rufmord unterstellen. Das tut gerade bei einem Angehörigen oder persönlichen Freund weh, um den wir uns besonders sorgen.

In Liebe loslassen können

Wenn Sie einem Alkoholkranken helfen wollen, dürfen Sie ihm nicht mehr helfen. Er muss konstruktiven Druck spüren: Den Druck, dass Sie sein Verhalten nicht mehr dulden verbunden mit dem Angebot, beim Ausstieg aus der Sucht zu helfen. Wenn Sie so handeln, nehmen Sie in Kauf, dass es dem Kranken erst einmal noch schlechter geht, dass er sich von aller Welt verlassen fühlt. Aber erst, wenn er merkt, dass er nicht mehr wie bisher weitermachen kann, hat er die Chance, die Sucht zu überwinden.

Aus einem weiteren Grund ist das offene Gespräch mit einem Alkoholabhängigen so schwierig.

Der Süchtige ist der Spiegel seines eigenen möglichen Zwangs- oder Suchtverhaltens

Alkoholiker sind keine willensschwachen Asozialen, sondern normale, aber kranke Menschen. Wer sich mit ihrer Suchtkarriere auseinandersetzt, wird automatisch mit der Frage konfrontiert: Könnte es mir genauso gehen? Und das streiten die meisten ab.



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