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Lothar

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lotharMein Name ist Lothar.

 

Die vier Jahreszeiten, meines Lebens als Alkoholiker:

Frühling:
Im Dezember 1948 begann mit meiner Geburt,

der Frühling meines Lebens.
Ich denke, dass die ersten Frühlingsjahre normal vergingen.
Aber irgendwann im Spätfrühling machte ich die Bekanntschaft mit dem Alkohol in Form von Bier,
das ich beim Kegelaufstellen trank.
Bei Partys mit Freunden trank ich dann als 16jähriger schon bis zum Vollrausch.
Ihr merkt sicher, das war ein feuchter Frühling.


Sommer:
Nach einem feuchten Frühling,
kommt ein trockener Sommer . . . . . . . !
Denkste!

Es war der feuchteste Sommer in meinem Leben.
In wenigen Jahren wurde mir wegen Trunkenheit 3 mal der Führerschein entzogen.
Meine Ehe ging kaputt, weil ich immer wieder bis zur Bewusstlosigkeit trank.
Ich musste in meinem feuchten Lebenssommer 14-mal die Arbeitsstelle wechseln,
warum könnte ihr euch sicher denken.

Ich habe nicht mitbekommen, dass ich mich zu einem ausgemachten Quartalssäufer entwickelt hatte.
In den zahllosen Entgiftungen und Langzeittherapien habe ich nicht begriffen, dass es auch ein Leben ohne Alkohol gibt.
Zum Ende meines Lebenssommers machte ich noch einen feuchten Ausflug in den Schwarzwald.
Dort wachte ich auf der Intensivstation eines Krankenhauses mit meiner damals "besten Freundin Maria-Cron", in den Händen auf.


Herbst:
Dann kam der Herbst meines Lebens.
Nach einem ernsten Gespräch unter 4 Augen, legte meine Frau mich mit viel Tee ins Bett.
Es war ein harter Entzug:

Von dem Tag an habe ich aufgehört zu trinken.
Ich war noch nicht trocken.
Aber ich trank nicht mehr.
Dieses mal behielt ich die Arbeitsstelle und habe 14 Jahre zufrieden dort gearbeitet.
Ich besuchte die Selbsthilfegruppe und lernte mit der Zeit,
ohne Alkohol, gut und zufrieden zu leben.
In den letzten 20 Jahren habe ich viele schöne und positive Dinge erlebt.
Ich habe wundervolle Menschen um mich herum, unter anderem auch in unserer Selbsthilfegruppe,
durch die ich auch zum Glauben gefunden habe und kann heute sagen:

Ich bin zufrieden!

Für mich ist der Herbst meines Lebens noch nicht zu Ende!
Hoffe ich jedenfalls!

Winter:
Was mein Lebenswinter mir so bringt, weiß ich nicht.

Aber ich weiß, dass ich nie wieder dahin will,
wo ich vor vielen Jahren einmal war.

Und ich weiß auch,
das ich ohne Frostschutzmittel durch den Winter kommen kann.

Ich wünsche euch allen,
den Lebensherbst in zufriedener Trockenheit zu erleben,
so wie es mir bisher vergönnt war.

 

Blaues Kreuz Deutschland


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